Die Wissenschaft hat keine moralische Dimension. Sie ist wie ein Messer. Wenn man sie einem Chirurgen und einem Mörder gibt, gebraucht es jeder auf seine Weise.
(Werner v. Braun, dt. amerikan. Physiker, 1912-77)
 
 
 
 

Selbstbehauptungskurs für Mädchen

16.10.2020

An vier Tagen in der ersten Herbstferienwoche boten der Straßensozialarbeiter D. Müller und unsere Schulsozialarbeiterin K. Pawlaczyk in Kooperation mit dem Gemeindejugendring e.V. Sebastian Skiba einen Selbstbehauptungskurs für Mädchen der Klassen 5 und 6 an.


Zu Beginn wurden Ängste analysiert und festgestellt, dass viele Mädchen ähnliche Sorgen aber auch bereits gute Strategien haben. Das machte Mut und so wurden verschiedene Bereiche festgelegt, in denen die Mädchen sich ausprobieren und ihr Wissen erweitern wollten. Dazu gehörten die eigenen Körperhaltung, das selbstbewusste Auftreten im ganz normalen Alltag, der sichere Heimweg und das umsichtige Planen von Partybesuchen, das Unterscheiden von guten und schlechten Geheimnissen, die Ehrlichkeit zu Vertrauenspersonen oder die Suche nach anderen Beratungsmöglichkeiten, die Sitzplatzwahl und das Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln, das Ausprobieren von stimmlichen Einsatz zum Hilfeholen sowie dazu passend eine ganz praktische Übung. In Absprache mit Quartiersmanagerin S. Bombach und Straßensozialarbeiter M. König gingen die Mädchen einzeln oder zu zweit ins Bürgerzentrum und baten realitätsnah um Hilfe. Alle waren dabei aufgeregt, schafften es aber, kurz und prägnant ihre Notsituation zu benennen. Auch das Verhalten an fremden Autos bei Wegerklärungen und das Anrufen bei der Polizei wurden im Rollenspiel geübt. Dazu wurde die Straße und ein echtes Auto genutzt. Intensiv sprachen beide Workshopleiter mit den Mädchen über mögliche digitale Gefahren. Insbesondere die Selbstdarstellung und Selbstauskunft in verschiedenen sozialen Medien wurde gemeinsam kritisch auf mögliche Gefährdungen und nach dem Motto „Das Internet vergisst nie“ unter die Lupe genommen.


Frau Bluma von der Schwangerenkonfliktberatung des Rüdersdorfer Krankenhauses gestaltete zudem ein sexualpädagogischen Workshop mit den Mädchen. Ohne andere Erwachsene konnten die Mädchen hier sehr viel über Pubertät, Abgrenzung und den Mut zum Neinsagen erfahren.


Die Mädchen brachten sich in den vier Tagen ganz intensiv ein und dafür bedanken sich D. Müller und K. Pawlaczyk sehr herzlich. Beide gaben den Teilnehmerinnen immer wieder mit auf den Weg, sich von zu viel Angst nicht lähmen zu lassen, aber trotzdem vorausschauend zu handeln und immer auf ihr Bauchgefühl zu hören.