Die integrative Oberschule
Kurseinstufung
An unserer Oberschule lernen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam in einer Klasse (integratives System).
In vier Fächern wird der Unterricht nach Leistungsniveau in zwei Kurse unterschieden – den A-Kurs (grundlegendes Niveau) und den B-Kurs (erweitertes, höheres Niveau):
Mathematik und Englisch – ab dem 2. Halbjahr der Klasse 7
Deutsch und Physik – ab Klasse 9
Weil der B-Kurs anspruchsvoller ist, zählt eine B-Kurs-Note bei Versetzung und Abschluss eine Notenstufe besser – eine 3 im B-Kurs wird also wie eine 2 im A-Kurs gewertet.
Die Einstufung ist nicht endgültig: Wer im A-Kurs sehr gute oder gute Leistungen zeigt, wechselt in den B-Kurs; wer im B-Kurs dauerhaft schwach bleibt, in den A-Kurs. Ein Wechsel ist bis zum Ende der Klasse 9 möglich.
Das Wichtigste: Der erreichbare Abschluss steht nicht schon zu Beginn fest, sondern entwickelt sich. Je mehr B-Kurse eine Schülerin oder ein Schüler belegt und erfolgreich besteht, desto höhere Abschlüsse werden möglich.

Abschlüsse
Am Ende der Klasse 10 entscheidet die Klassenkonferenz über den Abschluss. Es gibt vier Stufen – je höher der Abschluss, desto mehr Wege stehen danach offen:
1. Berufsbildungsreife (BBR) – der Hauptschulabschluss.
Wird bereits mit der Versetzung in die Klasse 10 erreicht.
→ Ermöglicht den Beginn einer Berufsausbildung.
2. Erweiterte Berufsbildungsreife (EBR)
In allen Fächern werden mindestens ausreichende Leistungen erwartet; einzelne schwächere Noten lassen sich in begrenztem Umfang ausgleichen.
→ Ermöglicht eine Berufsausbildung – mit besseren Chancen.
3. Fachoberschulreife (FOR) – auch Realschulabschluss oder Mittlerer Schulabschluss genannt.
Setzt unter anderem voraus, dass in mindestens zwei Fächern auf dem höheren Niveau (B-Kurs) unterrichtet wurde, bei insgesamt guten Leistungen.
→ Ermöglicht eine Berufsausbildung und den Übergang in die Fachoberschule, die zur Fachhochschulreife führt.
4. Fachoberschulreife mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe
Die höchste Stufe: Sie verlangt mehr B-Kurse (mindestens drei) und insgesamt bessere Leistungen.
→ Ermöglicht zusätzlich den Übergang in die gymnasiale Oberstufe – und damit den Weg zum Abitur (allgemeine Hochschulreife).
Welcher Abschluss erreichbar ist, hängt von den belegten Kursen und den Leistungen ab und entwickelt sich im Laufe der Schulzeit (siehe „Kurseinstufung").

Prüfungen
Alle Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 legen vier Prüfungen ab.
Drei schriftliche Prüfungen (zentral, landesweit einheitlich):
Deutsch – 180 Minuten
Mathematik – 135 Minuten
Englisch (erste Fremdsprache) – 105 Minuten
Eine mündliche Prüfung in einer Fremdsprache (spätestens ab Klasse 7 begonnen) – als Gruppenprüfung, höchstens 20 Minuten.
Zusätzlich kann freiwillig eine weitere mündliche Prüfung abgelegt werden – zum Beispiel, um einen höheren Abschluss, die Berechtigung für die gymnasiale Oberstufe oder die Versetzung noch zu erreichen.
Wie wird die Abschlussnote berechnet?
Die Abschlussnote eines Prüfungsfachs entsteht aus Jahresnote und Prüfungsergebnis – das gesamte Schuljahr wiegt dabei schwerer als die Prüfung:
In der Regel: Jahresnote 60 % · Prüfung 40 %
Englisch (mit schriftlicher und mündlicher Prüfung): Jahresnote 60 % · schriftlich 20 % · mündlich 20 %
Bei einer freiwilligen Zusatzprüfung in Deutsch oder Mathematik: Jahresnote 50 % · schriftlich 25 % · mündlich 25 %
Eine 5 oder 6 in der Prüfung bedeutet deshalb nicht automatisch „durchgefallen" – über den Abschluss entscheiden alle Fächer der Klasse 10 gemeinsam.
Die aktuellen Prüfungstermine und -regelungen sind auf der Website des MBJS zu finden.
